Zurück im Alltag – in einem ganz besonderen Alltag

Hallo Ihr Lieben,

wie für die meisten von Euch ging auch für uns am Montag wieder der Alltag los – also für meine Tochter und meinen Mann. Irgendwie somit auch für mich aber irgendwie auch gar nicht. Denn unser Krümelchen kann sich theoretisch jederzeit auf den Weg machen, auch jetzt gerade wo ich gemütlich mit vier Kissen auf der Couch sitze und diesen Blogbeitrag schreibe. Eine für mich sehr besondere Zeit…

Also habe ich am Montagmorgen meine Tochter fertiggemacht, die sich nach zwei Wochen mit Mama und Papa auf die Kita gefreut hat. Sie hat Ihren Eulenrucksack geschnappt, einen Kuss fürs Baby (also für meine schier platzende Babykugel), einen Kuss für mich und schwupp di wupp war Sie fort. Mein Mann ganz normal wieder ins Büro gefahren und ich? Ich bin auch in den Alltag gestartet, in einen Alltag, der sich nun jederzeit ändern kann. Sobald unser Krümelchen beschließt, dass es nun die Welt kennenlernen möchte. Ich würde es ja am liebsten ganz bald kennenlernen, ist es doch so langsam alles anstrengend mit der Babykugel plus unserem Wirbelwind, die natürlich dennoch auf den Spielplatz möchte, durch die Wohnung hüpft und überhaupt nicht verstehen kann, dass Mama mit Ihrer Babykugel nicht mehr unbedingt hüpfen möchte;-)

Es ist wirklich eine besondere Zeit, das wird mir vor allem bewusst, wenn ich nun im Alltag am Vormittag alleine zu Hause bin. Ein bisschen fühlt es sich an, als ob für mich der Alltag eine Pause eingelegt und angehalten hat. Nicht mehr Teil des Trubels, nicht mehr eingespannt in den Wochenterminen, keine langen To Do Listen, die mit jedem Tag länger werden. Dafür Zeit Dinge zu erledigen, die sonst nebenher laufen müssen, dafür Zeit auch einmal ein paar Seiten im Buch zu lesen und Zeit sich auf das Bevorstehende zu freuen und darüber nachzudenken, wie es wohl wird, wenn das Krümelchen sich dann auf den Weg macht.

Sobald ich mein Sternchen dann am Mittag abhole, fühlt es sich dann doch wieder an, wie der ganz normale Alltag. Wir erzählen wie der Tag war, wir erledigen gemeinsam kleine Einkäufe, wir spielen oder wir gehen spazieren. Ganz wie immer ist es dann doch nicht, denn ich watschle mittlerweile und schnaufe doch ganz schön durch die Gegend 😉

Umso mehr versuche ich die Vormittage und diese besondere Ruhe zu genießen. Ein paar Stunden nur für das Krümelchen und ich bevor ich aus meiner besonderen Alltagsblase wieder in meinen normalen Alltag starte 🙂

Und in welchem Alltag seid Ihr gerade unterwegs?

Alles Liebe,

Sarah


Vereinbarkeit – warum denn eigentlich?

Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank an alle, die meinen Neustart gelesen haben! Das freut mich sehr! Da es draußen gerade stürmt, meine Tochter Mittagsschlaf macht und wir heute Morgen schon fleißig die Weihnachtsdeko weggeräumt haben, nutze ich nun die Zeit für einen weiteren Blogbeitrag. Hierbei würde ich Euch gerne erzählen, warum mich das Thema Vereinbarkeit Familie und Beruf nicht mehr loslässt und was mich daran stört: denn wieso muss ich denn überhaupt Familie und Beruf vereinbaren? Warum ist beides nicht selbstverständlich? Aber dazu später mehr…

Wie Ihr in „Über mich“ vielleicht gelesen habt, bin ich studierte Ostasienwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Japanologie. Danach habe ich noch meinen Master of Business Administration gemacht und bin darüber letztendlich in der IT Branche gelandet. Gelandet, da ich mir zu Abi Zeiten nie hätte vorstellen können in dieser Branche unterwegs zu sein aber so spielt das Leben. Mittlerweile kann ich mir keine spannendere und abwechslungsreichere Branche vorstellen und bin sehr glücklich mit meiner Arbeit. Im Mai 2015 kam dann schließlich unsere erste Tochter zur Welt und schon im Oktober 2014 wurde ich mit der Vereinbarkeit konfrontiert. Habt Ihr jetzt Fragezeichen auf der Stirn? Ich hatte diese definitiv. Und gleich vorab: wir wohnen nicht in einer pulsierenden Großstadt, sondern auf dem Land….und hier auf dem Land wurde mir gerade mal im vierten Monat schwanger bewusst, dass ich handeln muss, wenn ich nach der Elternzeit wieder arbeiten gehen möchte. So meldete ich schließlich Anfang Dezember 2014 meine ungeborene Tochter für die Kindertagesstätte an. Verrückt oder? Wenn man genau darüber nachdenkt auf jeden Fall aber sicherlich wissen die Eltern unter Euch genau von was ich spreche. Mittlerweile ist es ja so, dass man am besten direkt nach dem positiven Schwangerschaftstest eine Hebamme sucht und dann anschließend daran eine Kita – wenn man möchte. Das ist mir sehr wichtig direkt an dieser Stelle zu betonen: jede Familie muss für sich selbst entscheiden, ob und wann das eigene Kind in eine Betreuung geht!!

Im Mai 2016 kehrte ich dann voller Elan und Energie zurück in meinen Job. Ich habe das große Glück flexible Arbeitszeiten zu genießen, die Möglichkeit Home Office zu machen und eine Unternehmenskultur genießen zu dürfen, die das Gelingen von Familie und Beruf fördert! Darüber bin ich mehr als dankbar und glücklich – daher auch mein großer Wunsch diese Möglichkeiten der Vereinbarkeit und die Chancen, die sich durch die Digitalisierung ergeben, zu verbreiten. Aber nicht nur dadurch: denn immer wieder stieß ich auch auf „komische“ Begegnungen und Fragestellungen: „wie machst Du das denn, wenn Du arbeitest?“, „wie Du bist manchmal über Nacht nicht da – funktioniert das?“ oder auch „wie Du kannst Home Office machen? Davon träume ich“ oder „bei uns gibt es Kernzeit und jedes Mal wenn mein Kind krank ist, muss ich somit Urlaub nehmen oder Gleitzeit oder mich krankschreiben lassen“ Und das im Jahr 2016? All diese Fragestellungen lassen mich nicht mehr los und die verschiedenen Aspekte darin beschäftigen mich. Zum einen, dass das Verhältnis zwischen Mann und Frau anscheinend immer noch nicht ausgeglichen ist. Hierzu ein Auszug aus der OECD Studie „Dare to share“:

  • 70 Prozent der Mütter sind erwerbstätig
  • 30 Prozent der Mütter arbeiten Vollzeit, fast 40 Prozent in Teilzeit
  • die durchschnittliche Wochenarbeitszeit beträgt 20 Stunden
  • bei Paaren mit Kindern steuert die Frau im Schnitt 22,6 Prozent zum Familieneinkommen bei

Die Zahlen beziehen sich auf 2014. Entnommen habe ich die Daten aus dem folgenden Artikel (Alte Rollenmuster und Teilzeitfalle; Erwerbstätige Mütter sind in Deutschland benachteiligt; 22.02.2017, 08:23 Uhr | dpa, gefunden auf T-Online.de)

70% sind erwerbstätig – das finde ich eine sehr hohe Zahl, auch wenn in vielen skandinavischen Ländern mehr Mütter erwerbstätig sind. Aber nur 22,6 Prozent tragen wir im Durchschnitt zum Familieneinkommen bei! 22,6 Prozent! Diese Zahl erschreckt mich – was bedeutet das für unsere Renten, für unsere Absicherung im Scheidungs- oder Todesfall? Und noch viel wichtiger, was bedeutet das für das gesamte Thema der Vereinbarkeit?

Ein weiterer Aspekt, der mich nicht mehr loslässt sind die Schlagwörter „Kernzeit“, „im Home Office wird eh nichts gearbeitet“ oder auch die Fragestellung, wie die Vereinbarkeit für Familien aussieht, in denen beide in Schicht arbeiten?

All diese verschiedenen Aspekte und Themen der Vereinbarkeit möchte ich mir in der kommenden Zeit gemeinsam mit Euch erarbeiten. Dazu werde ich Euch auch immer wieder Studien oder Bücher vorstellen, die vielleicht auf den ersten Blick gar nichts mit der Vereinbarkeit zu tun haben aber dennoch sehr spannende Ideen und Möglichkeiten beinhalten.

Aber nun nochmal zum Anfang – warum muss man denn überhaupt Familie und Beruf vereinbaren? Sollte das nicht selbstverständlich sein? Kennt Ihr den Satz „Man braucht ein Dorf, um ein Kind zu erziehen?“ Seit ich selbst Mutter bin, verstehe ich den Satz sehr gut und stelle selbst öfters fest, dass mir das Dorf gerade fehlt 😉 Auch die Großfamilien, die es früher gab, sind heute selten geworden. Daher ist es „leider“ notwendig sich mit anderen Formen der Vereinbarkeit auseinanderzusetzen – es gibt nur noch selten Urgroßmütter oder Väter, die mit im Haus leben und auf die Kleinen aufpassen. Und die heutigen Omas und Opas – wenn diese denn in der Nähe wohnen – arbeiten oftmals selbst noch und können somit auch nicht immer alles stehen oder liegen lassen, sobald Not am Dorf ist. Daher ist es zwar dennoch mein Wunsch, dass es selbstverständlich ist aber leider in der Realität (noch) nicht möglich.

Bedingt durch meinen Beruf durfte ich im Jahr 2016 und 2017 verschiedene Initiativen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf kennenlernen – wie beispielsweise Erfolgsfaktor Familie, eine sehr gute Initiative von dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (www.erfolgsfaktor-familie.de) Stöbert gerne etwas auf Ihrer Website, dort sind viele spannende Studien und auch tolle Beispiele für eine gelungene Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu finden.

Zum Schluss noch eine kleine Einladung: habt Ihr Lust von Eurer ganz eigenen Idee von Vereinbarkeit Familie und Beruf zu berichten oder von Euren alltäglichen Erlebnissen? Dann meldet Euch gerne bei mir – ich bin nämlich gerade am Überlegen eine kleine Reihe zu starten 🙂

Macht es gut und lasst Euch nicht wegpusten,

Sarah


Der Neustart – wieso, weshalb, warum

Zunächst einmal ein frohes neues, gesundes und glückliches Jahr 2018!

Hier ist er nun – mein persönlicher Neustart auf dem Blog. Sehr lange ist es sehr still hier gewesen und teilweise habe ich gedacht – lass es doch einfach! Es bloggen so viele, warum sollst Du auch noch bloggen? Und vor allem, wann? Dann aber wieder so viele Impulse im Alltag bekommen und immer wieder blitzte es in meinem Hinterkopf auf – darüber könntest Du jetzt schreiben!

Und das möchte ich nun tun! Es geht mir in erster Linie nicht um Likes, um Klicks oder um was sonst teilweise gebuhlt wird – es geht darum meine Ideen und Gedanken mit Euch zu teilen. Wenn Gedanken und Ideen geteilt werden, können daraus mehr Ideen und Gedanken entstehen – das ist doch wunderbar oder was meint Ihr?

Um was geht es? Vor allem um das Thema working mom – die Vereinbarkeit von Familie und Beruf 4.0. Warum 4.0? Weil ich überzeugt davon bin, dass die digitale Transformation – wenn wir diese hier in Deutschland schaffen – eine der größten Chancen überhaupt für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sein kann. Und wir müssen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf schaffen. Wir als Mütter, Väter, als Gesellschaft – die Politik kann uns unterstützen aber umsetzen, machen, diese leben, das müssen wir selbst. Warum ich für das Thema so brenne? Weil ich selbst als working mom tagtäglich in der Vereinbarkeit unterwegs bin und überzeugt davon bin, dass es besser geht! Besser gehen muss! Und vor allem möchte ich auf keinen Fall, dass meine Tochter in zwanzig bis dreißig Jahren über dieselben Themen nachdenkt oder schreibt. Nein, bis dahin müsste sich doch etwas getan haben.

Daher werde ich mich mit Euch gemeinsam auf die Reise machen zu schauen, was es derzeit in Deutschland gibt, was die Chancen sind, wo es schon richtig toll läuft und wo man noch ansetzen kann. Aber auch ins Ausland möchte ich mit Euch schauen und herausfinden, wie andere Länder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf leben.

Nun wünsche ich Euch aber erstmal einen schönen ersten Januarabend!

Lasst es Euch gutgehen,

Sarah