Die Erkältungswelle…

…hat auch uns erwischt. Unser Sternchen ist erkältet und hat Fieber – das arme kleine Hascherl. Für mich ist es ja wesentlich schlimmer, wenn unser Sternchen krank ist, als wenn ich selbst betroffen bin. Somit war schon Sonntagvormittag klar, dass Sie heute definitiv nicht in die Kita gehen wird. Und bei uns ging dann neben der Fürsorge für unser Sternchen auch die Organisation der Betreuung los. Kennt Ihr das?

Wir haben dann erst mal die Kalender nebeneinander gelegt und sind die ganze Woche durchgegangen. Wer hat an welchem Tag welchen Termin? Was kann abgesagt bzw. verlegt werden? Was nicht? Wann haben vielleicht Oma und Opa noch Zeit?

Ich bin unheimlich dankbar und glücklich in einer Firma zu arbeiten, in der flexible Arbeitszeiten und Familienfreundlichkeit nicht nur auf der Website stehen, sondern tatsächlich gelebt werden. So war schnell klar, dass ich heute meine Termine verlege bzw. telefonisch mache und mit unserem Sternchen daheim bleibe. Ich frage mich immer, was macht man, wenn das nicht möglich ist? Natürlich hat man den gesetzlichen Anspruch auf 10 Tage Urlaub für die Betreuung des kranken Kindes. Und den würde ich ohne wenn und aber auch nutzen. Nichtsdestotrotz erleichtert es für uns als Familie einiges, dass ich flexibel arbeiten kann und auch von zu Hause aus.

Aus meiner Sicht ist das auch ein elementarer Baustein für die Zukunft der Arbeit – die Möglichkeit flexibel zu arbeiten und somit Familie und Beruf besser zu vereinen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass viele Firmen noch „Angst“ davor haben diesen Weg der Flexibilität zu gehen. Vielleicht, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben oder weil sie glauben, dass Kontrolle besser ist. Meine Erfahrung ist, dass wenn Mitarbeiter Spaß an ihrer Arbeit haben, Verantwortung tragen dürfen und ihre Ideen voranbringen können, die Rahmenbedingungen für Sie als Person stimmen, dann sind diese motiviert. Und was wir auch alle wissen, wenn ich auf etwas Lust habe, mich etwas interessiert, dann bin ich wesentlich mehr bei der Sache, als wenn dies nicht der Fall ist. Ich habe vor ein paar Wochen einen sehr interessanten Artikel über eine Firma gelesen, die Familienzimmer eingerichtet hat. Da kann man als Arbeitnehmer seine Kinder mitbringen, wenn diese nicht in die Kita oder Schule gehen können. Oder ich habe auch schon mal einen Bericht über eine 24/7 Kita gesehen. Auf den ersten Blick auch für mich befremdlich aber auf den zweiten Blick gesehen auch eine tolle Möglichkeit für all die Menschen, die in Schicht arbeiten müssen. Ich glaube es ist wichtig, dass wir alle über den Tellerrand herausschauen und uns inspirieren lassen von all dem, was möglich sein könnte – wenn man möchte. Da fällt mir gerade wieder der eine Satz von Dalai Lhama ein, der mich schon sehr lange begleitet „Change only takes place through action, not through meditation and prayer alone“. Der passt doch auch hier oder was meint Ihr?

Es wird so viel diskutiert in der Presse, in der Politik zum Thema „Vereinbarkeit Familie und Beruf“ – ich bin sehr gespannt, wohin die Reise uns führen wird. Und ich bin nicht nur gespannt, ich habe auch Lust mich einzubringen und das Thema im Rahmen meiner Möglichkeiten mit voran zu bringen. Für mich als arbeitende Mutter aber auch für meine Tochter und für uns alle. Es gibt heute nicht mehr die Großfamilie und auch die Großeltern wohnen oftmals weiter entfernt. Umso wichtiger, dass die Gesellschaft darauf eingeht und wir uns alle gemeinsam überlegen, was man tun kann. In diesem Sinne hoffe ich, dass Ihr alle noch gesund seid und freue mich über Eure Meinungen und Ideen.

Ich mache mir jetzt erst mal einen Tee und hoffe, dass die bereits vorhandene Erkältung doch noch abbiegt bevor Sie mich völlig in Beschlag nimmt 😉

Lasst es Euch gutgehen!

Eure

mrsickert

4 Gedanken zu “Die Erkältungswelle…

  1. Unser kleiner ist auch grad krank und mein Mann und ich müssen uns die Betreuung aufteilen. Oftmals eine organisatorische Meisterleistung, da wir keine Omas/Opas haben, die mal einspringen können,
    Für meinen Job ist so ein krankes Jund immer schwierig. Die Tage, die ich jetzt nicht da bin, bleibt die Arbeit liegen. Homeoffice gibt es bei uns in der Firma leider nur für Führungskräfte 😦 werde das Thema aber beim nächsten Personalgespräch ansprechen, vielleicht gibt es ja doch eine Möglichkeit.

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    1. Das glaube ich Dir aufs Wort! Es ist absolut nicht einfach und es gibt auch nicht die eine Lösung – wichtig ist, dass es Lösungen sind, die für das Unternehmen und für uns gut sind. Und wir kein schlechtes Gewissen haben, weil das Kind krank ist oder die Kollegen genervt sind oder wir vorgehalten bekommen, dass wir als Eltern nicht mehr so flexibel sind usw. Aus meiner Sicht ein nicht einfacher Weg aber ein absolut wichtiger Weg!
      Ich hoffe, dass es Deinem Kleinen bald wieder gut geht!!! Und drücke die Daumen fürs Personalgespräch – vielleicht gibt es ja die Möglichkeit, dass man in Ausnahmefällen HO machen kann?!

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