Die Sache mit der Flexibilität…

Wie ich Euch auf Instagram schon gezeigt habe, war ich gestern und heute auf einer Schulung im IHK Bildungshaus in Stuttgart. Kennt Ihr das IHK Bildungshaus in Stuttgart? Wenn nicht, macht einmal einen Abstecher hin. Ich finde, dass ist ein richtig schönes und ansprechendes Konferenz- und Schulungshaus. Sehr viel Platz, tolle Farben und überall kleine Nischen zum Zurückziehen – definitiv ein Ort zum Wohlfühlen.

Thema meiner Schulung war „Arbeitsrecht“ – was löst das bei Euch aus? „Langweilig“, „trocken“ oder „cool“? Ich persönlich fand die letzten beiden Tage höchst spannend und informativ. Sicherlich weiß ich viel aus meinem Berufsalltag heraus aber konkret zu hören, welche Rechte und Pflichten wir alle als Arbeitnehmer haben, war super interessant. Keine Angst, ich möchte Euch jetzt nicht einmal quer durch das Arbeitsrecht „jagen“ (die beiden Dozenten, die es top gemacht haben, haben uns Teilnehmer teilweise auch etwas „gejagt“ ;-)).

Nein, vielmehr möchte ich Euch gerne erzählen, welcher Punkt mich aus eigenem Interesse besonders bewegt hat. Vielleicht ahnt Ihr es schon….Es ging um Bewerbungen und was überhaupt im Sinne des AGG (allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) gefragt werden darf und was nicht. Angefangen mit der Bewerbung, die reinkommt. Grundsätzlich muss man als Bewerber nicht angeben, wie alt man ist oder welcher Religion man angehört und auch nicht, ob und wie viele Kinder man hat. Und richtig, genau hier wurde ich hellhörig! In den Bewerbungsgesprächen dann vor Ort muss man als Frau oder Mann auch nicht auf die Fragen antworten, ob man Kinder hat und vor allem nicht ob und wie die Betreuung geregelt ist. Sollte dies dennoch passieren bzw. dies der Ablehnungsgrund sein, könnte man entsprechend rechtliche Schritte einlegen. Mal abgesehen davon, dass man natürlich beweisen muss, dass die Ablehnung aus diesen Gründen passiert ist – was bedeutet das denn jetzt? Ist es nicht in der Realität immer noch leider so, dass Frauen und Männer aufgrund von der angeblich fehlenden Flexibilität als Eltern benachteiligt werden? Wer mich schon etwas kennt, weiß, dass ich fast nie (höchstens ich schlafe) ruhig sein kann. Also natürlich auch nicht in der Schulung 😉 Meine Frage an den Dozenten war dann: Heißt es dann im Umkehrschluss, dass sich die Frauen zu viel gefallen lassen? Denn es werden ja dann doch oftmals Frauen mit Kindern benachteiligt. Gut, natürlich hat er auch darauf verwiesen, dass zunächst bewiesen werden muss, ob und warum jemand abgelehnt wurde aber ein bisschen hat er mir recht gegeben. Mein erster innerlicher Impuls war dann – Gut, dann sollte eben niemand mehr über seinen Familienstatus sprechen. Dieser erster Impuls hat aber nur eine Sekunde gehalten und wurde direkt überstimmt. Denn ganz ehrlich? Wolltet Ihr das? Förmlich geheim halten, dass wir alle Menschen mit einem Privatleben sind? Nur, damit man eine Stelle bekommt? Ich frage mich, wie es dann ist dort zu arbeiten. Hat das jemand von Euch schon mal gemacht? Was sind Eure Erfahrungen?

Wäre es nicht viel toller, wenn diese Thematik überhaupt keine Rolle spielen würde? Denn grundlegend geht es doch um die Person und ob diese Person zu der Tätigkeit passt und nicht, ob Sie Familie hat. Und auch dieses immer wieder genannte Wort Flexibilität finde ich anstrengend. Egal ob mit Familie oder mit einem Angehörigen den man pflegt, kann jede Person einen Mehrwert für das Unternehmen bringen. Erst die Mischung der Mitarbeiter macht doch ein Unternehmen aus. Somit würde ich mich viel lieber mit folgender Frage beschäftigen: Was sind die Rahmenbedingungen, die ein Unternehmen hat und wie passen diese zu der jeweiligen individuellen Situation? Und was können wir alle als Gesellschaft tun, damit die Rahmenbedingungen passen?

Ihr seht, mich beschäftigt dieses Thema sehr. Ich wünsche mir, dass es für unser Sternchen keine Rolle spielt und wisst Ihr was das tollste darin ist? Wir alle haben es selbst in der Hand 🙂

In dem Sinne freue ich mich über Eure Meinungen und wünsche Euch einen schönen Abend!

Eure

mrsickert

 

2 Gedanken zu “Die Sache mit der Flexibilität…

    1. Das ist doch gut 😊 Ich persönlich würde es immer von mir aus erzählen, weil ich es möchte bzw. es umgekehrt auch schön finde viel von den Bewerbern zu erfahren. Erlebt habe ich es schon im Bekanntenkreis und gestern wurde es auch recht ausführlich diskutiert.

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