Working mom – oder wie machst Du das?

Nächste Woche geht es wieder los bei mir – zurück in den Arbeitsalltag als Prokuristin in einer IT-Unternehmensberatung. Und daher für mich eine gute Gelegenheit auf das letzte halbe Jahr als arbeitende Mama zurückschauen…vielleicht erkennt Ihr Euch ja an der einen oder anderen Stelle wieder?

Mein Mann und ich haben uns unheimlich gefreut, als wir im Spätsommer 2014 das erste Ultraschallbild von unserer Tochter in Händen hielten – unser Wunschkind. Seit Mai 2015 wirbelt Sie nun unser Leben durcheinander, macht es bunter, chaotischer, schlafloser, perfekt! Wir können uns beide überhaupt nicht mehr vorstellen, wie es ohne Sie war und genießen das Eltern sein unheimlich.

Für mich war schnell klar, dass ich nach einem Jahr zurück in den Arbeitsalltag möchte. An dieser Stelle ist es mir jedoch ein Anliegen etwas direkt loszuwerden: Jede Familie, jede Frau muss für sich selbst entscheiden, wann für Sie der beste Zeitpunkt ist, wieder in das Berufsleben zurückzukehren oder ob Sie überhaupt zurückkehren möchte. Nichts schlimmer, als die Diskussion, ob man eine Rabenmutter oder ein Hausmütterchen ist. Jede Familie und jede Frau soll so leben, wie Sie glücklich ist. Wir haben ein Leben und das sollten wir definitiv nicht unglücklich verbringen! Das als kurzes Plädoyer sich selbst und seinen Vorstellungen treu zu bleiben 🙂

Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir um den Wiedereinstieg wenig Gedanken gemacht, vielmehr darum, ob es für uns als Familie funktioniert. Denn an erster Stelle steht die Familie und wenn es uns als Familie nicht gut geht, dann würde ich sofort alles stehen und liegen lassen – so sehr mir mein Beruf Spaß macht.

Aber ansonsten? Es arbeiten ja so viele Mamas in allen möglichen Berufen – ich habe überhaupt nicht daran gedacht, dass es hier zu kritischen Kommentaren kommen könnte…

…im Mai 2016 ging es dann wieder los mit dem Arbeitsalltag und ich genieße beide „Welten“ unheimlich – einerseits zu arbeiten und andererseits Mama sein mit allem was dazu gehört. Eines aber bräuchte ich nicht: die (gut gemeinten) Kommentare. Habt Ihr das schon mal erlebt? Entschuldigt liebe Männer aber die Frage geht jetzt vor allem an die Leserinnen. Ihr sitzt nichtsahnend in einem Meeting und dann werdet Ihr als einzige im Raum gefragt, wie Ihr das mit Eurem Kind macht? Mir ist das jetzt schon häufiger passiert und ich frage mich dann doch immer kurz, warum nicht die Männer im Raum gefragt werden… na ja…die beste Frage im letzten halben Jahr war, ob mein Mann denn alleine mit unserer Tochter zurecht käme? Da habe ich mich tatsächlich kurz zusammenreißen müssen, damit ich nicht laut loslache – denn Sternchen liebt Ihren Papa über alles und es ist wahrheitsgemäß überhaupt kein Problem, wenn Sie mit Papa alleine ist.

Ich unterstelle niemandem einen bösen Wille mit den Fragen und Kommentaren aber was mich dann doch etwas wundert, ist, dass im Jahr 2016 immer noch hauptsächlich die Frauen diese Frage gestellt bekommen. Auf jeden Fall habe ich es im letzten halben Jahr nicht erlebt, dass einem Mann diese Frage gestellt wurde. Und das war dann auch mit ein Auslöser für mich, diesen Blog zu starten. Mittlerweile habe ich festgestellt, dass es unheimlich viele Mamas mit den unterschiedlichsten Lebensläufen gibt, die bloggen und ich freue mich darauf ganz viele kennenzulernen und Ihre Meinungen und Vorstellungen zu hören.

Aber nochmal zurück zu meinem Berufsalltag als working mom – ehrlich gesagt bin ich ja normalerweise nicht so für denglisch aber working mom gefällt mir dann doch irgendwie besser, als arbeitende Mama.

Mein Arbeitsleben ist definitiv mehr durchorganisiert, als früher. Früher habe ich einfach gearbeitet und so lange wir für das Projekt gebraucht haben, haben wir gebraucht – auch wenn es hieß, erst spätabends heimzukommen. Das ist heute natürlich anders. Lieber setze ich mich dann in heißen Projektphasen abends nochmal an den Laptop, bevor ich die Zeit mit Sternchen nicht habe. Aber nicht nur die Arbeitszeiten haben sich geändert – ich sehe viele Dinge mit anderen Augen und lege andere Schwerpunkte, als noch vor ein paar Jahren. Für mich steht immer mehr die Zukunft im Mittelpunkt – was können wir jetzt als Mama, als Papa, als Unternehmerin, als Gesellschaft tun, damit auch unsere Kinder etwas davon haben? Vor ein paar Tagen habe ich etwas über einen Schwarzwaldbauern gelesen. Seine Familie kümmert sich seit Generationen auch um den Wald, der zum Hof gehört. Und da hat er gesagt, dass von den Pflanzen, die er jetzt hegt und pflegt, können dann seine Enkel und Urenkel leben. So lebt die Familie seit Generationen von und für den Wald. Für mich ist das ein wunderbares Beispiel – so zu agieren, damit unsere Kinder und Urenkel noch etwas davon haben – das ist mir seit ich Mama bin, viel deutlicher geworden, als noch vorher. Und für das Jahr 2017 als working mom? Ich freue mich wieder auf neue Projekte, spannende Menschen, neue Erfahrungen und Erkenntnisse. Und ich bin sehr gespannt, wie es mit meinem Blog weitergeht und freue mich darauf, viele andere Blogger kennenzulernen! Toll fände ich es, wenn ich es schaffe, ab und zu etwas Zeit für mich zu haben – schauen wir mal 😉

Gestern in der Landesschau im SWR kam ein Bericht zu Elternzeit und Elterngeld – schaut mal unter http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/familienfoerderung-in-baden-wuerttemberg-elterngeld-karrierebremse-fuer-ernaehrer/-/id=1622/did=18780220/nid=1622/1vz1ea/index.html vorbei. Darüber geht dann mein nächster Blog, denn vor ein paar Wochen war ich geschäftlich in Hamburg und habe im Flugzeug einen Bericht über Elternzeit und Elterngeld in Schweden gelesen – davon können wir uns noch definitiv eine Scheibe abschneiden.

Wie geht es Euch denn als working mom? Seid Ihr in den Beruf zurückgekehrt oder nicht? Habt Ihr auch solche Erfahrungen gemacht wie ich oder ganz andere?

Ich freue mich über Eure Erfahrungen und Meinungen! Wenn Ihr Lust habt ein bisschen mehr mitzubekommen von mir und meinem Leben als working mom, dann schaut mal auf Instagram vorbei – das ist neben Pinterest meine neu entdeckte Leidenschaft 😉

Macht es gut, genießt diesen wunderbaren Wintertag und habt ein schönes Wochenende!

Eure,

Sarah

2 Gedanken zu “Working mom – oder wie machst Du das?

  1. mrsickert, vielen Dank für diesen tollen Beitrag! Ich beschäftige mich beruflich schon fast 10 Jahre mit dem Thema Vereinbarkeit von Beruf&Privatleben und meiner Meinung nach ist es auch deshalb nach wie vor ein Frauenthema, weil, Entschuldigung, „die Frauen“ es nicht zum Männerthema machen.

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